In der ersten Hälfte der 60-er Jahre kamen die ersten New-Forest-Ponies nach Deutschland und auch unser Betrieb wurde recht bald auf diese Tiere aufmerksam. Bereits im Frühjahr 1970 kamen die ersten 3 New-Forest-Ponies in den Betrieb. Die beiden Stuten „Brenda“ und „Barbara“ und der Wallach „Bobbi“. Ein Jahr später wurde die Stutengruppe durch die Tiere „Sylvia“ und „Sheyla“ vergrößert. Besonders die Stute „Sheyla“ brachte hervorragende Nachzucht und die heute auf der Ponyfarm vorhandenen New-Forest-Ponies führen noch „Sheyla“-Blut (auch unser heutiger Deckhengst: "Pfalz-Forest-Sturmvogel") Durch den Junghengst „Swartkijkers PAVIO“, der für die Decksaison 1973 zwei Probesprünge vom Pferdezuchtverband Rheinland-Nassau,- zu dem wir damals gehörten-, genehmigt bekam, fielen 1974 die ersten zwei Fohlen. Richtig in die Zucht stiegen wir 1975 durch den Ankauf des gekörten Hengstes „Burton Blue-Streak“ ein. Die Zahl der New-Forest-Ponies stieg sprunghaft an und ab etwa 1985 ist die Zahl der Tiere um etwa 20 konstant. Unsere aktive Mitarbeit in den Zuchtverbänden und der später gegründeten I.G. , sowie die Teilnahme an Stutenschauen und Hengstparaden (2. Bundesponyschau in Münster-Handorf 1984 , 3.Bundesponyschau in Heidelberg-Walldorf 1988, 1. Bundesschau der New-Forest-Ponies in Hassloch/Pfalz 1983, New-Forest-Pony-Hengstsichtung 1981 in Lampertheim/Hessen, viele Landeshengstparaden in Zweibrücken, Bad-Kreuznach, Emmelshausen und Mainz) gaben unserer Zucht die notwendige Anerkennung und Resonanz.

 

Viele Jahre wirkte bei uns der leistungsgeprüfte Hengst „Cedar Bamboo“ von „Niggerstep of Bridgelea“. Heute ist der in München-Riem im 30-Tage-Test leistungsgeprüfte Hengst „Pfalz-Forest_Sturmvogel“ von „Cedar Bamboo“ aus der „Pfalz-Forest-Bijou“ der Chef der kleinen, aber sehr excellenten Stutenherde. Mit „Pfalz-Forest-Umbra“ von „Pfalz-Forest-Sturmvogel“ aus der „Bagarry Ulla“ gelang uns im Jahr 2002 auf der Internationalen Ponyschau der Nativ-Ponies in Neuss der Sieg bei den New-Forest-Ponies. Für uns ist die Zucht von New-Forest-Ponies „fast“ Pflicht,- da die von uns mit großer Passion gezüchteten Dartmoor-Ponies sehr eng mit den New-Forest-Ponies verwandt sind. Beide Rassen stammen aus einem Grundstamm , was leider auch sehr viele Ponymenschen nicht wissen. Erklärungen hierzu in der Rassebeschreibung.

New-Forest-Pony Zuchthengst:

„Pfalz-Forest-Sturmvogel“ DE 50.70049.91

Dieser Hengst ist heute der einzige gekörte und leistungsgeprüfte (30-Tage-Test am Olympia Reit-Leistungszentrum: München-Riem) New-Forest-Pony-Hengst im Pferdezuchtverband Rheinland-Pfalz-Saar.

Auch im Alter lässt es sich der Senior-Chef nicht nehmen, seinen Hengst selbst vorzustellen.

Der Hengst bei seiner Leistungsprüfung in der Olympia-Reit-Anlage München-Riem.

geb.:7.5.1991; braun; Stockmaß 1,47 m

von: „Cedar Bamboo“ aus der „Pfalz-Bijou“

VV.: "Niggerstepp of Bridgelea"  MV.: "Burton Blue Streak"
Züchter u.Besitzer: Ulrich Tettenborn, Gestüt „DIE PFALZ“, 67454 Haßloch

Siegerfohlen

Körung: 1.10.1994 in Standenbühl

Leistungsprüfung: 30 Tage Test auf Station in Olympia-Anlage in München-Riem
14.11. - 14.12.1995

HENGST STEHT NICHT MEHR ZUM DECKEINSATZ BEREIT. Nur noch Eigenbedarf. (Einziger New-Forest-Hengst in Rheinl.-Pfalz-Saar.)

"Pfalz-Forest-Chatelaine" von "Cedar-Bamboo" aus der "Pfalz-Forest-Bijou" (Vollschwester zum Hengst "Pfalz-Forest-Sturmvogel").

Die Stute ist 2012 verstorben

"Pfalz-Forest-Bolero" von "Cedar-Bamboo" aus der "Pfalz-Forest-Bijou" (ebenfalls Vollgeschwister zu den beiden oberen Pferden.)


"Pfalz-Forest-Bijou" von "Burton-Blue-Streake" aus der "Sheyla" an der Hand von Ingrid Nicolay, Haßloch auf der "Europony" in Tours/Loire.(1987)

. In Tours errang die Stute den Sieger-Preis in ihrer Altersklasse. (Europa-Champion)

Bundes-Reservesieger-Stute auf der ersten deutschen New-Forest-Ponyschau 1982 in Hassloch.

Sie ist Mutter unseres Hengstes und der beiden anderen gezeigten Tiere. Die Stute ist bereits verstorben.

Id-Preis auf der 2.Bundes-Ponyschau der FN in Münster-Handorf.

Ic-Preis auf der 3.Bundesponyschau der FN in Walldorf bei Heidelberg 1988.

Mutter der 3 obigen Pferde.

 

FORUM Zum Thema: New-Forest-Zucht auf der Ponyfarm &.Gestüt "DIE PFALZ" in Hassloch.

Gespräch (nachgezeichnet) zwischen H.H., aus St. bei Hamburg und Ulrich Tettenborn vom 3.3.2008.

H.H. : Lieber Teddy, bitte erkläre mir, wie stark war der Einfluß und die Bedeutung Deiner New-Forest-Ponyzucht in Hassloch in den Anfangsjahren auf die gesamte New Forest-Ponyzucht in Deutschland ?

U.T. : Dazu muß man sagen, daß das Zuchtgebiet Rheinland-Pfalz-Saar schon von Anfang an sehr stark am Aufbau der New-Forest-Ponyzucht in Deutschland beteiligt war.. Unvergessen bleiben die Pioniertaten des hervorragenden New-Forest-Ponyzüchters Paul Jung aus Krickenbach bei Kaiserslautern mit seinem Hengst "Conar". Der Einsatz von Dr. Lothammer aus Alzey und schließlich auch die unseren hier in Hassloch. Wir arbeiteten von Anfang an erfolgreich am Aufbau der deutschen NF-Zucht mit; hatten wir doch mit den Stuten : "Silvia" , "Pfalz-Forest-Barley" und vor allen Dingen mit der legendären "Sheyla" sehr gutes Stutenmaterial und dazu besaßen wir damals schon den recht guten Hengst "Burton Blue-Streak". Kurze Zeit später kam der großartige Züchter Engelbert Schlosser in den Kreis der rheinland-pfälzisch-saarländischen Züchter dazu. Jung und Schlosser arbeiteten jahrzehntelang zusammen und ergänzten sich hervorragend.

HH.: Spielten damals die NF-Ponies aus Haßloch auch auf Turnieren eine Rolle?

U.T.: Wir gingen mit den Ponies "Pfalz-Forest-Belli" , "Silvia" , "Sheyla " und später mit "Pfalz-Forest-Bijou" hier-und-da Turniere. Ich sah darin nie unsere Hauptaufgabe. Wir sind ein Kinder-Reitstall und sehen in der Betreuung und Weiterführung der uns anvertrauten jungen Menschen und das nicht nur im reiterlichen Sektor, sondern im Gesamtmenschlichen, unsere Hauptaufgabe.

HH.: Wie hoch stand Dein Kollege Paul Jung bei Dir im Kurs ?

U.T. Diese Frage beinhaltet zwei große Fehler. Paul Jung stand nicht nur, - sondern er steht bei mir immer noch in ganz großem Ansehen und das wird stets so bleiben. Der zweite Fehler ist, daß Paul Jung nicht mein Kollege sondern mein Züchter-FREUND ist.

HH.: Wie kommt es, daß Deine NF-Zucht von ehemals einer der führenden Zuchten in Deutschland, heute nur noch im Mittelfeld zu finden ist ?

U.T.: Das hat mehrere Ursachen. Unser Betrieb braucht diese heute verlangten , überaus sportlich geprägten New-Forester eigentlich nicht. Dazu haben wir ja unsere Zucht von deutschen Reitponies mit dem leider nur im Hengstbuch II geführten "PFALZ-ZETOR" einen sehr guten Hengst.Wir schafften mit den Stuten: "Ulla" , "Undine" und "Ulanka" auch kleinere, ruhigere Stuten an. Ferner verkauften wir sorglos, - besonders in der Anfangszeit,- Stuten wie "Silvia" und "Pfalz-Forest-Belli". Solche Fehler darf ein Züchter , wenn er bedeutend bleiben will, nicht tun. In unserer Dartmoorpony-Zucht haben wir das NIE getan. Gute Stuten MÜSSEN IN DER HAND DES ZÜCHTERS BLEIBEN.

HH.: Warum hast Du denn dann "Pfalz-Forest-Chatelaine" verkauft ?

UT.: Diese besagte Stute (sie ist hier über diesem Artikel zu sehen,.) ist Vollgeschwister zu unserem heutigen Hengst "Pfalz-Dart-Sturmvogel" und aus diesem Grunde haben wir sie verkauft,.....nahmen aber an, daß die neue Besitzerin die Stute wenigstens einmal decken lassen würde; was jedoch leider nicht geschah.

HH.: Wird Hassloch jemals wieder eine große Rolle in der NF-Zucht spielen können ?

U.T.: Die Beantwortung dieser Frage wage ich nicht vorzunehmen. In der heutigen Zeit verlangt ALLES EINE SPEZIALISIERUNG und somit müßen wir uns als Kinder-Reitschule der Zucht von Dartmoorponies verschreiben...- wo wir ja auch international führend sind. Die New-Forester stellen bei uns eine Zwischengröße dar und so werden wir NIE auf ihre Zucht verzichten können. Ob aber unsere NF-Zucht ,in Deutschland wieder eine Vormachtstellung einnehmen wird, wage ich zu bezweifeln , einfach weil ich sage: Das ist aus unserer Sicht auch garnicht nötig.

HH.: Ich danke Dir für das Gespräch.