Unsere-Zucht von schwerem, schlesischem Warmblut , ist nicht mehr existent.:

Schlesier im Gespann

Das schrieben wir 2003.

In unserem Betrieb werden eigentlich schon immer vereinzelt Warmblüter im Reitbetrieb eingesetzt. Schon in den Jahren 1975/85 verspürten wir das Bedürfnis Warmblutpferde des alten „schlesischen Schlages“- wegen ihres etwas stärkeren Kalibers als die hiesigen Warmblüter-, anzuschaffen und weiter zu züchten.Wir wollten eine alte deutsche Kulturrasse erhalten . Bis zum heutigen Tage wird nämlich diese Rasse in der Bundesrepublik noch nicht gezüchtet. Damals in den Jahren 1975 und auch noch 15 Jahre danach, wurde uns von diesem Vorhaben abgeraten, um nicht in das Licht eines „Revangisten“und "ewig Gestrigen" zu kommen. Der Untergang des Kommunismus und die baldige Mitgliedschaft Polen`s in der E.U. ließen diesen unseren Gedanken jedoch wieder aufleben.

Im Sommer 2003 reisten Senior- und Junior-Chef durch Polen und kauften die ersten Warmblüter auf, welche z.Zt. noch, auf vom Betrieb der Ponyfarm &. Gestüt „DIE PFALZ“ angepachtetem Gelände, in der Nähe der polnischen Stadt Gubin stehen. Der Hengst „Lucky“ – in Polen kein Unbekannter-, steht dieser Herde vor. Nach dem Fallen der Grenzen zu Polen im Mai 2004 werden die ersten Tiere dieser Gruppe auf die Ponyfarm &.Gestüt „DIE PFALZ“ verbracht werden. Hier in Gubin wurden einige sehr gute Fohlen gezüchtet


Der Juniorchef Frank Tettenborn mit Schlesierhengst "Lucky"

Das „schlesische Warmblutpferd“, wurde in seiner heutigen Form vom preussischen König Friedrich II, so festgelegt. In seinem Auftrag begann man aus schlesischen Landschlägen den "Schlesier" zu züchten. Da die Erfolge, welche sich bald einstellten, ein bestens geeignetes Kürassierpferd ergaben, nahm einer der berühntesten preussischen Heerführer der Reitergeneral v. Seydlitz diese Pferde in seinem Kürassier-Regiment auf.Es soll ein mittelschweres bis schweres Warmblut sein,- ein sogenanntes Zugpferd für den leichten Kutschen- sowie den leichteren Landwirtschafts-Zug. Im Gemüt und Wesen von großer Ruhe und Ausgeglichenheit, mit raumgreifendem, elastischem Gang. Der manchmal zu leicht ausfallende Anteil an den Zuchtpferden, wurde den preussischen Husaren-Regimentern unterstellt; hier besonders dem 5. preussischen (schlesischen) Husaren-Regiment welches in Breslau und Oels stationiert war und lange Zeit vom General-Oberst Paul v.Werner kommandiert wurde.

Nach dem zweiten Weltkrieg blieben einige Pferde dieser Rasse im früheren schlesischen Raum um die Stadt Görlitz, auf deutschem Boden. Die Machthaber in der DDR hatten aber kein Interesse an dem Erhalt der „Schlesier“ weil sie Schwierigkeiten mit den Polen befürchteten und integrierten diese Tiere in die sächsische Pferdezucht. Es entstand das heutige schwere, sächsische Warmblut.

An Farben sind bei den „Schlesiern“ alle Farben, außer Falben,erlaubt und zu finden. Die traditionellen „deutschen Farben“ sind braun, dunkelbraun, Rappe und auch seltener Fuchs, ferner Schimmel. Bei den Polen wird heute auch Scheckenzucht, die bei den Deutschen nur sehr, sehr selten vorkam und sogar Tigerscheckenzucht betrieben und anerkannt. Da man bei diesen Pferden aber davon ausgehen muß, daß Fremdblut eingekreuzt wurde, sollte man beim Aufbau einer traditionellen Zucht von „Schlesiern“ auf Tigerschecken, trotz ihrer Beliebtheit, besser verzichten. Auch sollte man die zum Teil ausserordentlich schweren Exemplare, welche in Polen vorkommen, nicht zur Zucht verwenden, da diese auch der Vorstellung des alt-deutschen Rassetyp`s nicht entsprechen.

Wir wollen und werden diese alte, deutsche Pferderasse in der Bundesrepublik in Zusammenarbeit mit unserem Pferdezuchtverband in Rheinland-Pfalz, zu neuem Leben erwecken und sehen darin eine Aufgabe die uns stolz macht und anspornt. Die Zukunft soll entscheiden, ob wir das uns heute gesteckte Ziel erreichen werden.

Februar 2007

Aktuelles über unsere Zucht von

„Schlesischen Warmblutpferden.“

Viele Jahre sind inzwischen, seit dem Ankauf unserer „schweren schlesischen Warmblutpferde“ in Polen, vergangen. Jedoch hatten wir mit der Anlage einer Zuchtgruppe in Deutschland allergrößte Probleme.

Der erste Grund war die sich ständig verschlechternde Geschäftslage für den Verkauf von Pferden überhaupt. In Deutschland sind sehr große Käuferschichten nicht einmal bereit, die Kosten eines Fohlens für den Ankauf eines gerittenes Pferdes zu bezahlen. Deutschland als ehemals „das Volk der besten Pferde in Europa“ ist abgeglitten zu einem Land von „überwiegender Mittelmäßigkeit“ – so ein bekannter französischer Pferdezüchter.--- In Deutschland geistert auch die „Erkenntnis“ durch das Land: „ Für das Freizeitreiten brauche ich doch keine exakte Reitausbildung. Da reicht es , wenn ich mich auf dem Pferd halten kann!“ Diese Erkenntnis veranlaßte uns in erster Linie die Zucht von recht teuren Warmblutpferden einzustellen.

Der zweite Grund ist die Tatsache, daß unser Pferdezuchtverband keine große Interesse zeigte, eine neue Rasse zu betreuen..

Der dritte Grund ist die Tatsache, das Hengste wie Stuten der „Schlesier“ den deutschen Leistungsprüfungen unterstellt werden und im Falle einer Prüfung nach Moritzburg bei Dresden verbracht werden müßten, um dort ihre Leistungsprüfungen zu absolvieren.Dieses ist finanziell nicht tragbar.

FAZIT: Die Zucht von „Schlesiern“ wäre ein „Drauflage-Geschäft“, welches wir uns, besonders in der heutigen Zeit und den geschilderten Umständen, nicht leisten können.

Trotz unserem großen Willen eine „historische deutsche Pferderasse“ erhalten zu wollen, mußten wir unsere Wünsche begraben. (Genauso wie etwa den Wunsch die alte deutsche Pferderasse der „Posen-Westpreussischen Pferde“ zu erhalten, welche die Polen heute mit der Rassebezeichnung „Wielko-Polski“ weiter züchten.) Somit wurde unsere ges. Zuchtgruppe der „Schlesier“ in Polen verkauft und der Stall in Gubin aufgelöst.

Lediglich die im Jahr 2000 geborene Stute „PALOMA“ und der Wallach „OBELIX“ wurden nach Haßloch verbracht. „OBELIX“ verstarb 2004 und „PALOMA“ ist heute Bestandteil unserer Pferdeherde und steht in Anpaarung mit unserem Reitponyhengst „PFALZ-ZETOR“ (Vollblut x New-Forest-Pony) oder unserem New-Forest-Pony-Hengst „PFALZ-FOREST-STURMVOGEL“ zur Erzeugung von deutschen Reitponie´s zur Verfügung.  Im Juni 2009 hat "PALOMA" ihr erstes Fohlen "PFALZ-AMUR" zur Welt gebracht.

Auf immer wiederkehrende Anfragen, teile ich mit, dass wir die Zucht von schlesischen Warmblutpferden aufgegeben haben. Der "Senior-Chef"