Es war mein Wunsch mit unseren Vereinsmitgliedern anlässig meines 75. Geburtstages nach Berlin zu fahren und mit ihnen das moderne, aber auch das historische Berlin zu erleben. Die Tage waren außerordentlich stressig, aber hochinteressant. Den Höhepunkt bildete der Besuch bei unserem Bundestagsabgeordneten Norbert Schindler im Deutschen Bundestag. Jedes teilnehmende Vereinsmitglied erhielt einen Zuschuß zur Fahrt aus der Vereinskasse. Untergebracht waren wir im Gästehaus der deutschen Schrebergartenjugend. Ein ganz nachhaltiges Erlebnis war der Besuch der Revue "Casanova" im Friedrichstadt-Palast. Aber auch der Besuch an der ehemaligen Mauer in der Bernauer Straße und der Besuch des Untersuchungsgefängnisses des DDR-Ministeriums für Staatssicherheit (heute Museum) in Potsdam hinterließen nachhaltige Eindrücke. Die Bahnfahrt erfolgte ab Mannheim bis Berlin und zurück in Liegewagen der Schweizerischen Inter-Night-Line.

Die Fahrt nach Berlin war nach unserem Auftritt mit unserem "Pony-Show-Ensemble" an der Staatsoper in Warschau 1996 unser größtes Gemeinschaftserlebnis.

Die "Haßlocher" auf dem Bahnsteig in Mannheim in Erwartung des Inter-Night-Liners

Müde im Inter-Night-Liner


Die Haßlocher Gruppe vor dem Deutschen Bundestag (Reichstagsgebäude).

"Ruzze" und Katja Veth in der Kuppel des Deutschen Bundestages

Aufmerksame Zuhörer im Plenarsaal des Deutschen Bundestages
oberere Reihe von llks nach rechts: Stefan Endres, Belinda Endres, Katja Veth, Dorinka Kleiner, Frank Tettenborn, Meike Tettenborn, Benno Biedermann
unterere Reihe von liks nach rechts: Ina Lasiky, Sabrina Maurer, Elisabeth Baumann und Marisa Welker.

Die Revue "Casanova" im Friedrichstadt-Palast


Natürlich fehlte auch ein Besuch am Brandenburger Tor nicht. (Samstag-Abend nach dem Besuch der Revue.)


Katja Feth fotografiert die "Haßlocher" vor dem Berliner Dom


Katja´s Ergebnis!
von links nach rechts: Benno Biedermann, Ulrich Tettenborn, Maria Kern und Jens Biedermann.

Die Berlin-Fahrt war für uns Alle ein grßartiges Gemeinschaftserlebnis.

Bericht über die BERLIN-Fahrt 2006.

Der Bericht wurde erstellt,damit man sich ständig an die Fahrt erinnern kann.

Es ist der 24.Februar 2006. Spät am Abend, gegen 22,30 Uhr, begibt sich die Familie Kern in Lambrecht gemeinsam zum Bahnhof um mit der S-Bahn nach Mannheim zu fahren. Fast gleichzeitig brechen die Eltern von Xenia Nenntwig mit ihr per Auto ab Speyer nach Mannheim auf. Zofia und Maria Przyklenk zusammen mit Jasmin Drahonowski sind schon von Haßloch aus auf der Autobahn und die Neustadter, dazu gehören Ina, Nina, Lissy und Chrissy, die Haßlocher und die Böhl-Iggelheimer(StefanEndres mit Tochter Belinda und Irina Kloos) müßen jetzt auch langsam los zum jeweiligen Bahnhof. Frank, Meike und Ulrich Tettenborn klettern in Frank´s "Micra" und Daniela Hartmann muß auch noch mit hinein. Taschen,Rucksäcke und kleinere Koffer werden Dani und Meike,- nachdem sie endlich im Auto sitzen, auf den Schoß und sogar auf den Kopf gepackt und dann brummt auch diese Truppe ab zum Bahnhof Haßloch. Da kommt auch schon Mama Welker und bringt Marisa pünktlich am Bahnhof an.Die S-Bahn läuft pünktlich 23,08 Uhr in Haßloch ein.Wie hatten wir ausgemacht ?- "Alles trifft sich im letzten Wagen !-" Tür auf und rein... und dannbegann das große HALLO... Jeder fiel jedem um den Hals und war voller Vorfreude. Da habe ich noch jemenden vergessen: Familie Biedermann. Na, jedenfalls in Mannheim waren die Vier auch pünktlich zur Stelle. ...... Ganz hinten, da wo der Bahnsteig schon fast zu Ende war, standen wir dann und warteten auf den INTERCITY-Night-Liner nach Berlin. Wir hatten Plätze im Wagen 29. In Vorbesprechungen waren Gruppenführer (volljährig) ernannt worden und jeder kannte genau seinen Sitzplatz. Pünktlich kam der Zug aus Zürich an und eine Minute vor Mitternacht begann unsere Fahrt.

20 Kinder und Jugendliche und 9 Erwachsene machten sich auf, um BERLIN zu erstürmen !-

Für Berlin war es sicher nicht der erste Sturm in seiner Geschichte, ABER FÜR UNS SCHON!!!-

In bequemen Liegesesseln, kaum das Rollen des Zuges wahrnehmend, schaukelten wir Kilometer um Kilometer der "deutschen Hauptstadt" entgegen. Der Schaffner hatte das Licht abgedunkelt und bald schlummerten wir seelig dahin !- Frankfurt/Main, Fulda, Hannover, Wolfsburg und Stendal waren die einzigen Haltepunkte und um 7,4o Uhr am 25.Februar erklang aus den Bordlautsprechern die Durchsage: " Meine Damen und Herren in Kürze erreichen wir Berlin-Zoologischer Garten !" (Berlin-Hauptbahnhof war zu der Zeit noch nicht fertiggestellt.) Da waren wieder alle hell wach und als der Zug hielt, stürmten wir alle auf den Bahnsteig. Sofort übernahm der "Senior" das Kommando und wir walzten alle treu und brav..... (vor allen Dingen brav !-) hinter ihm her. Vom Bahnhof Zoo die Tauentzienstraße entlang. Hier wollte Torsten Block mal schnell in´s EROTIK-Museum von Beate Uhse..... ging aber nicht, da wir weiter mußten !---rüber zum Kurfürsten-Damm zur U-Bahn. Mit der U 1 zum Halleschen Tor und per pedes zum Gästehaus der Schrebergarten-Jugend in der Franz-Künster-Straße. Dort wurden wir von Herrn Rohrbeck, dem Heimleiter schon erwartet, der uns staunend mitteilte, daß seine Tochter Sandra vor 15 Jahren auch schon Ferien bei uns in Haßloch verlebt hatte. SO KLEIN IST DIE WELT... Im Haus 2 bezogen wir alle 2-Bett-Zimmer und machten uns danach auf den Weg mit der U-Bahn zurück zum Bahnhof Zoo. Als ewrstes wollten wir im Europa-Center die Wasseruhr besiochtigen. Dann zur Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche. In der Ruin, (welche man nach dem Krieg zur Mahnung stehen ließ,) befindet sich ein kleines Museum, welches wir besichtigten. Stark beeindruckt haben uns die ehemals in der Kirche vorhandenen , fantastischenBoden-und Deckenmosaike. Danach "rannte" der Chef mit uns zurück zum Bus-Bahnhof am Zoo..... BERLIN war ein einziges Rennen !!!--- Rein in den Bus 100 und dann fing der "chef" schon an zu erklären: Elefanten-Tor am Zoo, daneben das Aquarium, Diplomaten-Viertel, Schloß "Bellevue" der Amtssitz des Bundespräsidenten (Horst Köhler), danach der "Große Stern"mit der Siegessäule. Die Berliner sagen "Gold-Else". Der "Senior" erklärte uns, daß die Siegessäule aus erbeuteten Kanonenrohren des deutsch-dänischen Krieges 1864 und aus solchen des deutsch-frazösischen Krieges 1870-71 besteht.Weiter zum Haus der Weltkulturen, der "schwangeren Auster" wie die Berliner scherzvoll sagen, Bundeskanzleramt, Reichstag und Brandenburger Tor, die russische Botschaft, weiter,weiter,weiter bis zum Alexander-Platz. Dort stiegen wir aus und "marschierten" am Fernsehturm (dem Tele-Spargel) vorbei zu Mc-Donalds. Dort wurde Mittagspause gemacht. Frank kannte das Haus noch aus der Wendezeit bei unserem Besuch in Berlin am 11.Januar 1990. Dort war nämlich in der Wendezeit eine Bäckerei... und man mußte sich anstellen, um Brot oder Brötchen zu ergattern. Frank stand in der Schlange an und plötzlich brüllte er: "Babe, die hän kee Weck me !" Die Leute lachten, weil sie solch einen Dialekt DAMALS noch nie gehört hatten !- Dieses Mal hatte man in dem Haus "noch Weck" und die waren sogar mit saftigem Fleisch, knackigem Salat und Tomaten belegt und dazu gab es Coca-Cola... Wie sich doch die Zeiten verändert haben...

Um 13,30 Uhr Aufbruch - obwohl Belinda und Anna-Maria schon Füße weh taten - gegenüber die Marienkirche , wo die Ostberliner kurz vor dem Mauerfall "Wir sind das Volk !" riefen. Im Hintergrund sahen wir die Nikolai-Kirche von wo ebenfalls 1989 die Montags-Demonstrationen losgingen. Direkt neben dem Haus der SED-Parteileitung und dem Haus der Republik "Erichs Lampenladen".....welcher Mut gehörte doch damals dazu...?-

Wir gingen zum Dom, betrachteten die deutsche National-Galerie- dahinter das Pergamon-Museum mit dem weltberühmten Pergamon-Altar, dem Stadttor von Milo und der Prachtstraße von Babilon. (Schon wegen dieser drei Dinge empfehle ich JEDEM der nach Berlin kommt den Gang in dieses Museum.) Über die Schloßbrücke, darunter die Spree, kamen wir in die Straße "Unter den Linden. Das Zeughaus auf der einen und das Kronprinzen-Palais auf der anderen Seite. Das Mahnmal aller Opfer der Kriege, früher "Neue Wache" mit dem ewigen Feuer zum Gedenken an alle Gefallenen aller Kriege. Auf der anderen Straßenseite die deutsche Staatsoper; auf der Straßenmitte das Reiterstandbild "Friedrich des Goßen". Jetzt gingen wir herüber zum Gendarmenmarkt mit dem deutschen und französischen Dom, in der Mitte dem deutschen Schauspielhaus.. Schnell noch ein Besuch im Kaufhaus Lafayette und dann müßen wir zum Friedrichstadt-Palast zur Revue "Casanova". Der Eintrittspreis war in dem von jedem von uns bezahlten Preis von 80,- €. für die Berlinfahrt enthalten. Welche Eindrücke jeder von uns hatte, soll hier nicht festgehalten werden; aber in Europas größtem und bekanntesten Revue-Theater eine Show gesehen zu haben, wird wohl jedem von uns in ständiger Erinnerung bleiben. Nach der Show über die Weidendammer Brücke zum Bahnhof "Friedrichstraße". Auf der Weidendammer Brücke erfuhren wir von dem grausamen Tod von etwa 3.800 Menschen in den letzten Kriegstagen, welche hier im Schacht der S-Bahn , unter der Spree,-Schutz gesucht haben. Angeblich die SS schloß die schweren Gittertore vor den Tunnelausgängen, sprengte ein Loch in die Decke des Tunnels und das Wasser der Spree ergoß sich in den Bahn-Schacht. Es bestand keine Chance zur Flucht und die Menschen ertranken !- Ob alle von uns beim Hören dieser Geschichte das Grauen und die Angst der Menschen verstehen konnten.... aber uns Erwachsenen gruselte es schon gewaltig !- Schnell noch ein Abstecher zum abendlich erleuchteten Brandenburger-Tor. Ein paar Worte zur Geschichte des Hotel "Adlon" und dann ab in unser Quartier im Gästehaus. Katja Veth spendierte uns -im Namen ihrer Eltern,- das Abendbrot ---DANKE der Familie Veth von uns Allen !- Am nächsten Morgen (Sonntag) krochen wir nicht so schnell aus den Betten; frühstückten ( im Preis ,- genau wie die Übernachtung,- enthalten) und dann teilten wir uns . Benno Biedermann zog ab mit den Kindern in den Zoo und 7 Erwachsene fuhren mit mir nach Schloß Sanssouci in Potddam. Später besuchten wir noch das Untersuchungsgefängnis der Staatssicherheit der DDR in der Potsdamer Lindenstraße, wo ich nach den Ereignissen des 17.Juni 1953 einsaß und verurteilt wurde.. Wir fuhren zurück zum Bahnhof ZOO, trafen uns mit den Anderen und begaben uns zum Theodor-Heuss-Platz (früher Reichskanzler Platz) schauten den Kaiserdamm hinunter bis weit, weit nach Osten wo der Fernsehturm blinkte. Der Kaiserdamm ist die breiteste Straße der Welt.

Mit der U-Bahn heim zum Halleschen Tor und dann lagen wir alle wieder müde im Bett.

Am nächsten Morgen (Rosenmontag) 27.2.2006 ging es zeitig aus den Federn, denn wir waren in den deutschen Bundestag zu unserem Bundestagsabgeordneten Herrn Norbert Schindler, eingeladen. Rosenmontag ist für den Bundestag ein denkwürdiger Tag, denn am Rosenmontag 1933 brannte der Reichstag. Der persönliche Referent von Herrn Schindler Herr Wierer erwartete uns schon. Schleuste uns durch den Sicherheitsscheck und führte uns auf die Tribüne des Plenarsaales. In einem Vortrag wurde uns die Geschichte des Hauses nähergebracht. Dann sprach Herr Wierer mit uns noch in seinen Amtsräumen und brachte uns auf die Aussichtsplattform hoch oben über dem Plenarsaal. Danach erhielten wir noch Erinnerungsgaben und zogen dann weiter, herüber zum sowjetischen Ehrenmal. Von dort durch die Wilhelmstraße, wo ich den Kindern zeigte, wo die Neue Reichskanzlei stand und wo Hitler sich im Mai 1945 das Leben nahm, nachdem er das deutsche Volk in den Abgrund geführt hatte.. Mit der U-Bahn rüber zum "Alex". Mittagessen wieder bei Mc.Donalds, wo wir uns einen "was weiß ich-Burger" reinschoben, bevor wir zum Nordbahnhof fuhren, um in der Bernauer Straße die ehemalige Mauer und die DDR-Grenzanlagen zu besichtigen. Der Nachmittag gehörte jedem selbst. Viele gingen den Ku´damm runter, andere in´s Ka-de-We und Torsten Block... keiner weiß es... in´s Erotik-Museum. Am Abend standen wir dann wieder auf dem Bahnhof ZOO und der Inter-Night-Liner brachte uns zurück nach Mannheim. Die Biedermann´s hatten sogar ein Schlafwagen-Abteil !- Hatten Sie den Schaffner bestochen???- Nach der Ankunft in Mannheim verabschiedete ich mich als Reiseleiter und dankte für die großartige Disziplin, die von der Gruppe in Berlin gezeigt wurde und dem fantastischen Gruppengeist--- aber das bin ich immer von meinen Kindern gewohnt... Dann fuhren wir alle mit der S-Bahn nach hause.

Ein wunderschönes Erlebnis, welches ich mir zu meinem 75.Geburtstag gewünscht hatte, war zu Ende.

verfasst von Ulrich Tettenborn März 2006.